Quadratur des Kreises

Heartbeat of a city

Strassenszene

“Schärfe ist ein bourgeoises Konzept.”

– Henri Cartier-Bresson

Eine der größten Probleme für Umsteiger von Kompakt-Kameras auf DSLR ist die Schärfe. Bei einer Kompakt-Kamera hatte man einzig mit Bewegungsunschärfe zu kämpfen, das Konzept der Schärfentiefe findet aufgrund der kleinen Sensoren kaum Anwendung. Doch wer jetzt Hilfe erwartet, wie man “schärfere” Bilder mit einer Spiegelreflexkamera produziert, ist hier falsch. Dies wird ein Plädoyer für die Unschärfe. Und damit meine ich nicht die Unschärfe, welche zum Freistellen verwendet wird, sondern Unschärfe als zentraler Bestandteil des Bildes. Also den Autofokus der Kamera auf manuell gestellt und los geht’s! Weiterlesen

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Projekt Analog: Ergebnisse

Adox-CHS-100-8

Saddle

“My name is Ozymandias, king of kings: Look on my works, ye Mighty, and despair!”

- Percy B. Shelley

Nachdem ich gestern einen gnadenlosen Kampf gegen den Negativ-Scanner endlich gewonnen hatte(6h!), konnte ich  die ersten Ergebnisse meiner Entwicklungskünste betrachten.  Zusammenfassung: Ich bin zufrieden mit den Ergebnissen. Die Scans sind noch nicht perfekt, aber durchaus ansehnlich. Richtiges Scannen ist auch eine Wissenschaft für sich. Aber die Stimmung, die auf den analogen Bildern rüberkommt, begeistert mich! Ehrlich, dieser Touch aus den 50er Jahren ist besser als ich es erwartet hatte.

Grobe Fehler kann ich bisher auch noch keine ausmachen, wobei ich aber zwei Lehren mit nehmen konnte:

Barrel I

Barrel

1. Staubfrei, bedeutet wirklich klinisch staubfrei. Nach dem Scannen sieht man auf einmal Staubkörnchen und Kratzer, welche mit bloßem Auge auf dem Negativ nicht zu erkennen waren. Bei meinem zweiten entwickelten Film habe ich daher beim Wässern des Films Spülmittel zugegeben, damit der Staub nicht so sehr kleben bleibt. Das wirkte wahre Wunder.

 

Adox-CHS-100-1

Metal hoop

2. Das Korn ist wesentlich stärker sichtbar als vglw. bei digitaler Photografie. Ich war wirklich überrascht, wie sehr ISO 400 rauscht. Das analoge Rauschen ist zwar angenehmer als das Digitale, aber auch stärker wahrnehmbar. Daher werde ich in Zukunft wohl eher ISO 100 Filme nutzen. Wobei das Rauschen natürlich auch seinen eigenen Charm hat.

Die ersten Scans habe ich bei Flickr hochgeladen, weitere werden folgen. Man braucht Zeit zum einarbeiten und scannen, aber die Arbeit lohnt sich.

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Wie das kleine Bild groß wurde …

In letzter Zeit habe ich mich verstärkt mit analoger Photographie und deren Geschichte allgemein beschäftigt. Eigentlich aus reinem Interesse, allerdings sind mir dabei auch einige Dinge aufgefallen, die im Digitalen Zeitalter immer noch von Bedeutung sind. Eines davon ist das Aufnahmeformat.

Das Aufnahmeformat beschreibt die Größe und Abmessung der lichtempfindlichen Schicht bzw. Sensors in einer Kamera. Es ist optisch wirksam unter sonst gleichen Bedingungen. Will heißen: mit dem gleichen Objektiv und gleicher Kamera, aber unterschiedlichem Aufnahmeformat erhalte ich unterschiedliche Bilder. Dabei gilt erst einmal weniger größer ist gleich besser, sondern größer ist gleich anders. Auf die Unterschiede komme ich später noch zu sprechen. Zuerst stelle ich kurz die gängigsten Aufnahmeformate aus der Analogen Zeit vor:

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Die Farben der Magie

Laborzubehör

Laborzubehör

„Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.“

- Arthur C. Clarke

Mittlerweile hat sich die digital Photographie in so ziemlich allen Bereichen durchgesetzt. Ihr haftet schon das oben beschrieben Magische an, ein Druck, ein Klack und man sieht das fertige Bild auf dem Display erscheinen. Sofort. Für meine Eltern und Großeltern muss das wie Magie sein, was dort passiert -für mich allerdings weniger. Ich bin in einer Generation aufgewachsen in der Digitale Photographie normal ist und man die analoge Zeit bestenfalls von Opas Dias kennt. Die Magie der digitalen Aufnahme nimmt ab, wenn es normal und die Funktionsweise bekannt ist. Und sie nimmt zu – in meinem Fall – wenn man sich dem Analogen zu wendet. Das ist unbekannt und faszinierend.

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iKamera Reloaded

Nur ein kurzes Update: Wie hier zu lesen ist nun das iPhone 4 die meistgenutzte Kamera bei Flickr. Das ging sogar schneller als ich gedacht hatte. Ich bin gespannt, ob wie die Kameraentwicklung das Ganze aufgreift. Wie man schon am Update des iOS sieht, geraten Themen rund im Fotografie auch immer mehr in den Fokus der Hersteller. Vielleicht sehen wir doch noch irgendwann eine brauchbare Kamera  in einem Smartphone verbaut. Zu hoffen wär’s.

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How to… sehen lernen.

Eines der Dinge, die man immer wieder zu hören/lesen bekommt auf die Frage, was einen guten Fotografen ausmacht, ist das photographische Sehen. Man muss gut “Sehen” können, es üben.  Das ist einerseits absolut richtig, aber auch der größte Quatsch der mir so unterkommt. Denn mal ehrlich: Welchem Einsteiger hilft sowas weiter? Ohne weitere Erklärung wirkt das auf mich als wenn der Meisterfotograf zum Kind mit der Einmalkamera geht und etwas von “die Macht ist stark in Ihm” sagt. Dieses “Sehen” wirkt wie etwas Mystisches, was für normal Sterbliche nicht wirklich greifbar ist. Im Folgenden will ich  erklären was man/ich unter diesem Sehen versteht und welche Dinge mir persönlich beim Üben dessen geholfen haben. Ich sehe dabei davon ab in verquerer Grammatik zu sprechen, auch wenn viel zu lernen  wir noch haben.

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Symbolbild für Bockenheim

BockenheimBockenheim, falls man es noch nicht kennt, ist ein Stadtteil Frankfurts, genauer gesagt dessen geographischer Mittelpunkt. Er hat ca. 33.000 Einwohner und ist  zufällig der Stadtteil in dem ich wohne. Hier entsteht ein Großteil meiner Bilder, hier gefällt mir die Mischung aus urbaner Kultur, Studentenviertel und Historie. Aber ich will jetzt weniger diesen tollen Stadtteil anpreisen, als über ein Bildprojekt reden,  dass mir schon länger Gedanken macht: Ein Symbolphoto für Bockenheim. Wie würde ich diesen Stadtteil bebildern, wenn ich nur ein Bild zur Verfügung hätte. Das Ergebnis seht ihr bereits links.

(null)

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How to … make an amazing holiday picture presentation.

Wer kennt die Situation nicht: Man kommt von seinem wunderbaren Urlaub heim, hat unglaublich wunderbare Bilder geschossen und will sie seinen wunderbaren Verwandten und Freunden zeigen. Das endet meist in einem abendfüllenden Programm, das im Bestfall zwei bis vier Stunden dauert, und wirkliches Alles von der Freundschaft abverlangt. Sitzt man auf der anderen Seite als Freund oder Verwandter, geht es einem nicht viel anders. So langweilen wir uns gegenseitig Bild für Bild, Stunde für Stunde, Tag für Tag gegenseitig zu Tode. Weil wir es nicht anders kennen, weil es jeder macht. Das muss nicht sein. Wirklich, es geht anders.

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Randomize()

Eine GasseEs gibt viele Möglichkeiten, wie wir die Motive für unsere Bilder auswählen. Die Häufigste wird wohl sein, dass einem ein schönes Motiv ins Auge fällt. Oder einfach ein Erinnerungswürdiger Moment. Wünschwert ist wahrscheinlich, eine Bildidee für ein Motiv zu entwicklen und diese dann geplant umzusetzen. Aber eine Möglichkeit, die vielleicht nicht erstrebenswert ist, aber dennoch wichtig, ist der Zufall. Ein guter Teil meiner Bilder ist durch Zufall entstanden – einige davon gehören zu meinen Liebsten. Und ich finde gerade diese Zufallsbilder wichtig, weil sie einem neue Möglichkeiten oder Tricks vermitteln, auf die man ohne sie nicht gekommen wäre. Ich will das an einem Beispiel kurz verdeutlichen.

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iKamera

D7K_2849Mal eine Frage in die Runde: Welches der beiden Bilder hier wurde mit einer halbwegs professionellen DSLR und welches mit einem Mobiltelefon aufgenommen? Jetzt bitte nicht direkt auf die Bilder klicken und in die Exif-Daten spicken.

Beide Bilder finde ich persönlich ok, das Linke ist eine schöne Detailaufnahme, dessen Spannung durch das Gegenlicht entsteht. Das Rechte erzeugt durch eine ungewohnte Perspektive und Linienführung Interesse. Durch die relativ geringe Darstellungsgröße im Browser fällt die technische Qualität der Bilder nicht mehr ins Gewicht. Ich finde diese Entwickling insofern interessant, dass die Bilder, die wir täglich im Internet betrachten immer mehr werden und vergleichsweise klein sind. Andererseits uns aber auch Bildsensoren mit immer höhere Auflösungen bei gleicher Bildqualität zur Verfügung stehen.  Welchen Mehrwert bringt uns die bessere technische Aufnahmeart noch? Vielmehr verlangt die kleinere Darstellungsgröße, uns weniger auf den technischen Vorteil einer guten Kamera zu verlassen, sondern  mehr Mühe in die eigentliche Bildgestaltung zu investieren. Nicht die Kamera macht das Foto, sondern der Fotograf. Diese Binsenweisheit ist im Zeitalter des Internets wohl richtiger denn je.

Auch Handykameras machen gute Photos und ihr größter Vorteil ist: wir haben Sie eigentlich immer dabei. Bald wird ein Handy zur meisgenutzten Kamera von Flickr werden. Ich finde die Entwicklung gut und nicht den Untergang des Abendlandes. Denn sie zwingt uns, uns wieder mehr Gedanken über ein Bild zu machen und uns weniger auf die Technik zu verlassen.

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